Petition an den Landtag Baden-Württemberg

(zur Kenntnis an der Kreistag des Ldkr Konstanz und die Stadt Konstanz)

Die Unterzeichnenden Konstanzer Bürger sprechen sich

    1.) für einen vollständigen Erhalt des Grünen Horns in Konstanz,
    2.) gegen jede weitere Verbauung an der Konstanzer Bucht und
    3.) deshalb gegen eine Bebauung und Versiegelung der „Christiani-Wiesen“ aus.

Wir bitten hiermit den Petitionsausschuss des Landtags von Baden-Württemberg die geplante Bebauung der „Christiani-Wiesen“ zu stoppen.

Begründung:

Das Gebiet „Horn“ bildet den naturnahen, östlichen Siedlungsrand der Stadt Konstanz. Es erstreckt sich südöstlich des Lorettowaldes (Schutzwald) bis zum Ufer des Bodensees. Es ist das meistgenutzte Freizeit- und Naherholungsgebiet der Stadt Konstanz. Lorettowald und das „Hörnle“ am Ufer der Konstanzer Bucht sind die Reste einer historisch einmaligen Kulturlandschaft. Die als Grünland und Blumenanbaufläche genutzten „Christiani-Wiesen“ sind Teil dieses Grüngürtels. Im Flächennutzungsplan 2010 und im Landschaftsplan sind die Freiflächen im Gebiet „Horn“ explizit nicht zum Städtebau vorgesehen.

Abweichend hiervon planen die Verwaltung der Stadt Konstanz unterstützt von Teilen des Gemeinderats aktuell eine Wohnbebauung auf den ca. 2 ha großen „Christiani-Wiesen“. In einem „Zukunfts-Modell-Quartier“ (Am Horn) sollen 14 3-5-geschossige Wohnkomplexe von über 16 Metern Höhe mit 140 Wohnungen für etwa 350 Bürger*innen entstehen.

Die Folgen der baulichen Verdichtung für die Umwelt, für den Landschaftscharakter und den Erholungswert des „Hörnle“ werden gravierend sein: Die Überbauung und Versiegelung der „Christiani-Wiesen“

Die Christiani-Wiesen am Horn sind für Landschaft, Ökologie und Biodiversität zu wertvoll und liegen außerhalb der laut Flächennutzungsplan bebaubaren Flächen und sind als landwirtschaftliche Flächen ausgewiesen. In den nächsten Jahren ist in großem Umfang in Konstanz (z.B. Döbele, Siemensareal, Hafner u.a.) Wohnraum für bis zu 20.000 Menschen geplant - alles Gebiete innerhalb der bebaubaren Flächen des Flächennutzungsplanes. Die Rechtfertigung der Verwaltung, die Christiani-Wiesen als wissenschaftlich begleitendes Modellquartier „Zukunftsstadt Konstanz“ zu planen, ist am Horn aus städtebaulicher und landschaftsschützender Sicht nicht nachvollzierbar. Die Projektplanung im Sinne von „smartem Wachstum“ kann mit Hilfe des beim Modellquartier entwickelten planerischen Werkszeugkoffers auch für zukünftige Bauvorhaben im Rahmen des Flächennutzungsplanes eingesetzt werden.

In Zeiten des Klimawandels und des dramatisch fortschreitenden Artensterbens darf deshalb eine Zerstörung von Lebensräumen und eine zusätzliche Versiegelung nicht mehr stattfinden. Wir fordern daher die Einhaltung des Flächennutzungsplans 2010 und des Landschaftsplans.

Wir bitten den Petitionsausschutz des Landtags von Baden-Württemberg die Aufstellung des Bebauungsplans „am Horn“ aufzuheben.

Anstelle der geplanten Bebauung fordern wir die Klima-, Arten- und Biotopschutzfunktionen der Fläche z.B. durch die Anlage von Streuobstbeständen und den Aufbau eines breiten und gestuften Waldrands zu erhöhen.

Die Petition wird unterstützt von

NABU
BUND
FRIDAYS FOR FUTURE
BÜRGERGEMEINSCHAFT ALMANNSDORF/STAAD
BÜRGERGEMEINSCHAFT PETERSHAUSEN

Impressum